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Denkmalpflegepreis 2001

Begründung der Jury

Brandenburgischer Denkmalpflegepreis 2001

Verein Glashütte e. V.
mit seinem Vorsitzenden Herrn Christoph Schulze

Begründung der Jury:

Schon 1234 wird die Glasproduktion in dem im Süden des heutigen Landkreises Teltow-Fläming gelegenen Ort Glashütte urkundlich erwähnt. Wichtige Etappen, die diese Stätte weit bekannt werden ließen, waren das Wirken der Glasmacher Eibenstein und Gebrüder Kunkel, vor allem die Rubinglasherstellung 1735, dann die ab 1830 einsetzende Lampenschirmproduktion aus Milchglas. Schon nach 20 Jahren sind die Erzeugnisse dieser Hütte auf bedeutenden Industrieausstellungen zu sehen, so in New York, London und Wien. Diesem Aufschwung folgte. 1861 die technische Umrüstung der Glasproduktion — ein erster Siemens-Generator ersetzte den enormen Holzverbrauch durch Kohlevergasung. Nach 1946, schon ein Jahr nach dem 2. Weltkrieg, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Das neue Markenzeichen waren Gärballons. Am 30. September 1980 endete eine vielhundertjährige Glasproduktion, die zu den bedeutenden, einzigartigen Stätten dieses Produktionszweiges des Landes Brandenburg zählte. Den nun beginnenden Verfall konnte auch die Ausweisung als Denkmal von baugeschichtlicher, technischer, sozialer und städtebaulicher Bedeutung in der DDR nicht verhindern. 1990 war durch die unterlassenen Instandhaltungsmaßnahmen ein Zustand erreicht, der den Verlust der gesamten Dorfanlage mit den Produktionsstätten ahnen ließ.

;Wohl getragen von dieser Gefahr, vor allem aber auch durch das Wissen um die besondere kulturgeschichtliche Bedeutung dieses Denkmalensembles verschrieb sich Herr Christoph Schulze der Rettung dieses Industriedenkmals und der beigestellten Siedlung. Am 07, Juni 1991 gründete er den „Verein Glashütte e.V.” Nun begann eine beispiellose und heute als vorbildhaft zu charakterisierende Erhaltungs- und Nutzungsgeschichte: So wurde das Neue Hüttengebäude von 1861 restauriert und vermittelt nun als. technisches Denkmal anschaulich die Glasproduktion. Zug um Zug wurden die Backhäuser mit den Lehmbacköfen, Eiskeller, Stallgebäude und Junggesellenhäuschen saniert. Seit 1997 kann die Glasschleiferei wieder genutzt werden und das stark gefährdete Hüttengebäude dient heute als Konzert- und Ausstellungsstätte mit einem vielschichtigen Kulturangebot. In den vergangenen Jahren wurden die Freiflächen und die zur Siedlung gehörenden Hausgärten wieder hergestellt.

Glashütte, die Produktionsstätten und die Hüttensiedlung, hat im Verlauf eines Jahrzehnts außergewöhnliche Zeichen gesetzt, die denkmalgerechte Sanierung des vielschichtigen Ensembles, die ebenso vielschichtige Nutzung mit herausragenden kulturellen Aktivitäten, den Glashüttenfesten, musealen Präsentationen, Ausstellungen, Konzerten — das aktive Erlebnis mit einem hochkarätigen Denkmal in unserer Kulturlandschaft.

Herrn Christoph Schulze und den Mitgliedern des Vereins gebührt uneingeschränkt das Verdienst, dass dieser kulturgeschichtlich bedeutende Ort im Land Brandenburg uns erhalten geblieben ist und mit den Nutzungen weit in die Zukunft weist. Als Vorsitzender des Vereins hat Herr Christoph Schulze jede sich bietende Gelegenheit genutzt, um das Ziel, die Erhaltung und Nutzung dieses Denkmalensembles zu erreichen, auch dann, wenn erst im Nachgang die Konsolidierung des Erreichten gesichert werden konnte. Das Engagement für die Sache, sein Ideenreichtum und das von ihm selbst zur Verwirklichung der Konzepte und Projekte gesetzte hohe Maß an Leistungsbereitschaft haben die ihn begleitenden Partner immer wieder überrascht, aber auch durch sein überzeugendes Handeln ihre befördernde Unterstützung zuteil werden lassen. Das Wirken des Vereinsvorsitzenden und der Mitglieder des Vereins bildeten das entscheidende Fundament für diese außergewöhnliche denkmalpflegerische Leistung zur Erhaltung der historischen Stätte der Glasproduktion im Landkreis Teltow-Fläming. Sie wird mit dem Brandenburgischen Denkmalpflegepreis 2001 gewürdigt.

 

Denkmalpflegepreis in der Presse

Märkische Allgemeine Zeitung • Freitag, 30. November 2001
Gold für Glashütte
Denkmalpflegepreise verliehen
von LARS GROTE

Denkmalschützer gehören zu den stillen Helden, ohne deren Engagement jede Kultur morsch würde und schließlich zusammenbräche. Um ihr tragendes Werk in der Mark. zu würdigen, ist gestern der Brandenburgische Denkmalpflegepreis 2001 von Kulturministerin Johanna Wanka im Potsdamer Kutschstall verliehen worden. Die mit 10.000 Mark dotierte Auszeichnung wurde dem Verein Glashütte zugesprochen, der sich im Landkreis Teltow-Fläming seit 1991 der Rettung des Industriedenkmals samt beigestellter Siedlung verschrieben hat. Zwei Förderpreise im Wert von je 2500 Mark gingen an die Familie Waschkies für den Beitrag zur denkmalgerechten Sanierung ihres Renaissance-Wohnhauses in Mühlberg (Elbe-Elster) sowie an das Ehepaar Rudolf für ihr 20-jähriges ehrenamtliches Bemühen um die Denkmalpflege in der Gemeinde Kunersdorf (Oderbruch).

Den Hauptpreis hat sich der Verein Glashütte mit seinem Vorsitzenden Christoph Schulze laut Jury durch „die denkmalgerechte Sanierung des vielschichtigen Ensembles, die ebenso vielschichtige Nutzung mit herausragenden kulturellen Aktivitäten, den Glas-hüttenfesten, musealen Präsentationen, Ausstellungen und Konzerten” verdient. Schon 1234 wurde die Glasproduktion im Baruther Urstromtal urkundlich erwähnt. Entscheidende Etappen in Glashütte waren das Wirken der Glasmacher Eibenstein und der Gebrüder Kunkel, zudem die Rubinglasherstellung seit 1735, dann die 1830 begonnene Lampenschirmproduktion aus Milchglas. Diesem Aufschwung folgte 1861 die technische Umrüstung der Glasproduktion - ein erster Siemens-Generator ersetzte den enormen Holzverbrauch durch Kohlevergasung. Im Zweiten Weltkrieg ruhte die Arbeit, doch bereits 1946 ist sie erneut aufgenommen worden. Im September 1980 schloss der Betrieb endgültig seine Pforten. Den einsetzenden Verfall konnte auch die Ausweisung als Denkmal von baugeschichtlicher, technischer und sozialer Bedeutung in der DDR nicht verhindern. Schon 1990 ließen die Schäden den Verlust des gesamten Dorfensembles befürchten.

Dank des Vereins Glashütte wurde das Neue Hüttengebäude von 1861 restauriert; in ihm lässt sich nunmehr anschaulich die Glasproduktion nachvollziehen. Zug um Zug wurden die Backhäuser mit den Lehmbacköfen, Eiskeller, Stallgebäude und Junggesellenhäuschen saniert. Seit 1997 kann die Glasschleiferei wieder genutzt werden, zudem bietet das Hüttengebäude Platz für Konzerte, Ausstellungen und weitere Kulturveranstaltungen. Jüngst wurden die Freiflächen und die zur Siedlung gehörenden Hausgärten wieder hergestellt.

Überdies sprach Frau Wanka vier Anerkennungen für die Verdienste bei der Restaurierung und Bauforschung des Schlosses Oranienburg, für die Erhaltung des Vierseitenhofes in Neulietzegöricke und des Strohhauses in Neuzelle sowie für die Sicherung und Sanierung der Außenfestungsanlage „Fort Gorgast” in der Gemeinde Küstriner Vorland